Start und Aussicht auf “2021”

Vor dem Ausblick ein paar Gedanken zur Situation: In den kurzen Begegnungen beim Einkaufen oder am Telefon, oder beim Surfen durch die sozialen Medien nehme ich wahr, wie der Frust, die Empörung und die Verzagtheit angesichts des Lockdown-Marathons, der noch vor uns liegt, zunehmend steigt.

Ja, die Möglichkeiten des sozialen Miteinanders sind uns durch die Schließung der Kinos, Theater, Gaststätten und Schulen wohl noch für einige Wochen oder gar Monate genommen. Und ja, die Diskussion, ob alle Maßnahmen zum rechten Zeitpunkt getroffen oder überhaupt richtig sind, darf natürlich geführt werden. Doch ändert die eigene Empörung etwas an der Tatsache, dass das Pflegepersonal ächzt unter der Vielzahl an schwersterkrankten Menschen? Dass wir unbedingt, nicht nur um die Erkrankten und Gefährdeten Sorge tragen, sondern auch aus der Sorge um die Menschen, die seit Monaten in Vollschutz (doppelte Masken, Gesichtsschild, Einmalschutzmantel über der Dienstkleidung) um das Leben Infizierter kämpfen und die auch weiterhin, nach der Pandemie gebraucht werden, die Zahlen endlich, endlich gesenkt bekommen müssen?
Ändert Ihre Empörung etwas an dieser Tatsache? Ich meine: Nein. Eine der größten Herausforderungen der Pandemie ist auch die eigene Haltung, die eigene Stimmung immer wieder zu hinterfragen: Qui bono? Wem nützt es? Wem nützt die Empörung, der Ärger, der Frust? Bringt uns das weiter? Hilft die Empörung Ihnen mit der Situation, die nun mal so ist wie sie ist, besser klar zu kommen?

Ich für meinen Teil habe mich entschlossen, mich nicht über die Schließung der Theater zu empören, sondern die Herausforderung anzunehmen.

Im ersten Lockdown habe ich mich zwar für kleine digitale Formate eingesetzt, doch online zu Proben kam nicht in Betracht. Ich habe dafür viele Gründe gefunden: Internet zu lahm und zu wacklig, die PCs der Spieler teilweise zu veraltet, Theater online ist eh quatsch, das geht doch nicht, da fehlt die Begegnung…. Und dergleichen mehr.

Inzwischen ist mir klar, dass auch ich den digitalen Raum nutzen muss um weiterhin Orte der Begegnung zu schaffen, denn ja, es geht auch digital sich mit den Menschen verbunden zu fühlen, Gemeinschaft zu erleben.

Ab 11.1.2021 finden alle Proben daher via Video-konferenz statt. Zwar etwas verkürzt, max 1 bzw. 1,5 h, um der allgemeinen „Zoom-Müdigkeit“ etwas Rechnung zu tragen, doch wir treffen uns wieder regelmäßig. Inzwischen sind wir doch alle geübt. 😉

Und wir lassen uns doch von so einem kleinen stacheligen Virus nicht unsere Gemeinschaft und Lebensfreude nehmen! Ich jedenfalls nicht und ich möchte Sie alle, die das hier Lesen es mit gleich zu tun: jetzt erst recht mit Freude gemeinsames Erleben zu schaffen. Es geht auch digital. Ich bin überzeugt davon.

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