Der menschliche Faktor

Das Spiel der Winterlinger Realschüler auf der Theaterbühne im K 3 hinterließ beim Publikum einen bleibenden Eindruck.

Winterlingen, 06.12.2017 – Das Spiel der Winterlinger Realschüler auf der Theaterbühne im K 3 hinterließ beim Publikum einen bleibenden Eindruck. Foto: Privat

Die Winterlinger Realschüler zeigten mit „Kein schöner Land“ eine gelungene Premiere in der Kleinkunstbühne K3.

Im vollen Haus zeigten die Realschüler der Musical AG unter der Leitung von Maria Theresia Mößlang und Evelin Nolle-Rieder das Musical „Kein schöner Land“ von Oliver Hauser. Es entführte die Zuschauer nach Schönland, einem fiktiven Land „in der Mitte unseres Kontinents“, in dem Geld, Macht, Schönheit Erfolg und Spaß die wichtigsten Dinge des Lebens darstellen.

Manipuliert von einer bestens funktionierenden Propaganda- Maschinerie, werden die Menschen zu leeren Hüllen. Alles geht seinen geregelten Gang. Doch angeregt durch ein Liebespaar, fangen die Jugendlichen an, über sich selbst nachzudenken, die aufgezwungenen Regeln in Frage stellen und das Reich der Gefühle entdecken. Das Aufbegehren führt zur Revolution und der König singt am Ende ebenfalls das Lied der Freiheit mit. Insgesamt ein zeitkritisches Stück, das in die zunehmend von Konsum bestimmte Adventszeit passt.

Starke Stimmen waren da zu hören und viel Spielfreude zu sehen. Rührend geriet die Szene, in der zwei Jugendliche (Janina Frey und Uli Frey) ohne sprachliche Mittel, nur durch Licht und das behutsame Pianospiel von Maria Theresia Mößlang verstärkt, die Liebe entdecken. Beeindruckend waren auch die Spielerinnen Elena Baur und Laura Prislin, die immer wieder die fast lebensgroße Puppen, welche eigens für diesen Zweck vom Figurentheater Ravensburg ausgeliehen wurden, in die Hand nahmen, um die Politiker des Landes darzustellen.

Überzeugend waren auch Tim Lorenz als rappender König, Sarah Schiebel als Reporterin, Laurin-Louis Willems und Evelyne Grau als Jugendliche. Auch die beiden Techniker Moritz Mauz und Jan Broß hatten im Bereich Licht und Ton einiges zu tun und verhalfen dem Stück mit ihrem Einsatz zum Erfolg. Für einen Gastauftritt wurde Eleonora Cuirar gewonnen und Theaterleiterin Evelin Nolle-Rieder sprang ein und spielte mit zwei Puppen eine kurze Szene, denn kurz vor der Premiere hatten Schüler die Gruppe überraschend verlassen. Um den Premierentermin halten zu können, musste diese Lösung her. Realschulrektorin Brigitte Schmid-Glowiak lobte den Einsatz aller und verteilte Rosen als kleine Anerkennung.

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