Auch wenn die Hoffnung auf Lockerungen nach dem 14.02. durchaus berechtigt ist, so ist doch inzwischen wohl auch dem letzten Kulturschaffenden klar, dass die meisten Häuser, vor allem solch semiprofessionelle wie unsere Kleinkunstbühne, nicht mit einer Öffnung vor Ostern rechnen können. Wir gingen zuerst rein und kommen als letzte raus und dadurch fühlt es sich für mich nach einem „endlosen“ Lockdown an.
Ich sehne mich nach unserem Probenbetrieb, vermisse jeden einzelnen Teilnehmer, mir fehlen die  Aufführungen und Zuschauer, ich vermisse so sehr den Kontakt zu anderen Menschen, die Gespräch, Begegnungen und habe mich gleichzeitig im Homeoffice stabil eingerichtet: Eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten musste gesichtet und abgewogen, neue Förderanträge geschrieben und andere abgerechnet werden und über allem diese Ungewissheit: Wann geht es denn nun wie weiter?

Nachdem klar war, dass dieser Lockdown sicher noch länger dauert, habe auch ich versucht über Videochat zu proben. Ganz groß hatte ich das Anfang Januar in einem dieser Berichte angekündigt. Was soll ich sagen: es ist teilweise sehr schwierig. Zum einen ist da dieses ätzend lahme Internet, das immer wieder dafür sorgt, dass mal ein Video wackelt oder jemand rausfliegt. Teilweise müssen Termine nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Familienmitgliedern abgesprochen werden: es gibt Haushalte, da können auf keinen Fall zwei Familienangehörige zeitgleich mit Videochat ins Netz. Und es liegt nicht an den Endgeräten, die sind neu. Da möchte ich allen Verantwortlichen zurufen: Liebe Leute, wann kommt endlich flächendeckender Breitband-Ausbau hier auf dem Land?

Die nächste Schwierigkeit, die beim Versuch online zu proben auftrat, war der Online-Schulunterricht, bzw. der nicht stattfindende Unterricht. Die jüngeren Kinder meiner Theatergruppen waren so geschafft von dieser ungewohnten PC-Arbeit, dass sie nachmittags nur noch raus und spielen wollten, auf keinen Fall jedoch nochmal in der Freizeit vor den PC sitzen und so ist an ein virtuelles Treffen mit den Theaterknirpsen um mal etwas Text zu wiederholen nicht zu denken.

Die Jugendlichen plagen dagegen andere Probleme: viele Aufgaben müssen in selbständiger Lernweise recherchiert und erarbeitet werden. Nur wenige Lehrkräfte scheinen in der Lage zu sein wirklich interessanten Online-Unterricht zu praktizieren. Die Jugendlichen unserer Gruppe sind zum Teil in den Abschlussjahrgängen und bangen um die Qualität ihres jeweiligen Schulabschlusses. Sie sind gefühlt bis abends mit Lernen beschäftigt, sehr unter Druck und gestresst und haben ebenfalls kaum Interesse an virtuellen Zusammenkünften.
Das ist schade, doch angesichts der Lage zu akzeptieren und mehr noch: nach zwei Tagen in einer Videokonferenz des BULE zur Vernetzung und Reflexion der großen Förderung von LandKULTUR kann ich an der Stelle wirklich mitfühlen. Obwohl die Konferenz sehr gut organisiert und vorbereitet war, ist es doch ungleich anstrengender viele Menschen virtuell zu treffen als ihnen in einem großen Raum in 3D zu begegnen.

Mit den Erwachsenen und den Kids laufen die Proben recht ordentlich. Beide Gruppen sind kurz vor einer Premiere und hier nutzen wir diese Zeit und das noch fremde Medium um den Text nochmal zu vertiefen.

So viel erstmal zu diesem Thema. Es folgt in Kürze ein Ausblick auf das Programm für dieses Jahr und weitere Neuigkeiten über verschiedene Spendenaktionen.

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