Neuer Lockdown – Wir wollten mit 3 Produktionen im November in die Endproben gehen um Ende November mit der Premiere des pandemietauglich umgearbeiteten Theaterstücks „Das Traumfresserchen“ unsere Räume wieder für Publikum zu öffnen. Auch die Erwachsenen mit ihrer Stückentwicklung „EX!TUS“ sollten im Dezember endlich ihre Premiere haben. Und noch ein weiteres Kinderstück steht kurz vor der Fertigstellung und sollte im Dezember zur Aufführung kommen.

Doch es lässt sich momentan nichts verbindlich planen. Denn mit diesen 4 Wochen Probenzeit, die uns fehlen, kann es ja auch keine Aufführungen im Dezember geben. Unser Theater bleibt also für den Rest des Jahres für Publikum geschlossen.

Als freiberufliche Kulturschaffende und Leiterin dieses Kleinods trifft mich dieser 2. Lockdown deutlich mehr als der erste im März.
Zu viele Dinge, zu viele Ungerechtigkeiten sind in den letzten Monaten geschehen, die auch mich langsam und stetig mürbe und müde machen.

Eine Politik, die das Recht auf Demonstration einer lauten, menschenverachtenden,  egomanischen und pseudospirituellen Minderheit, ohne Einhaltung allgemeiner AHA- Regeln, höher achtet, als mein Recht auf Arbeit, auf meine Ausübung und somit Freiheit der Kunst, eine Politik für die es wichtiger ist, dass Menschen eng beieinander im maßlos subventionierten Flieger sitzen, als mit Abstand und Maske im Theater oder im Gasthaus, eine solche Politik sagt doch damit mir, dem Künstler: „Du bist nichts wert. Deine Arbeit zählt nicht.“ 

Verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch: die Zahlen sind zu hoch, ich trage überall eine Maske und dass Maßnahmen ergriffen werden mussten, steht außer Frage.
Doch machen diese Maßnahmen denn wirklich Sinn, wenn die meisten Menschen sich bei privaten Treffen infizieren?
Warum wird hier nicht deutlicher eingegriffen?
Ich weiß, Unverletzlichkeit der Wohnung ist ein hohes Gut. Mein Recht auf Arbeit offensichtlich nicht. Und das all der Kollegen in der Veranstaltungsbranche und z.B. den Gastwirten.

Die Frage ist also doch eher: wenn wir wirklich als Gemeinschaft durch diese Krise gut hindurch wollen, wie viel Individualität, wie viel persönliche Freiheit kann von Einzelnen eingefordert oder minimiert werden um anderen ihre Rechte, die wirklich existenziell sind, zuzugestehen?
Welches Recht wiegt denn nun mehr? Offensichtlich das der lauten „Freiheitsverteidigerindividualisten“.

Demonstrationen ohne Masken, ohne Abstand entbehren in meinen Augen jeglichen Rechtes: hier wird eine Bühne geschaffen für Menschen, die es in Kauf nehmen sich und andere zu infizieren und dabei in ihrem Grundrecht auf körperliche Unversertheit zu beschneiden.

Eine Theaterbühne, bei der im Publikum in gebotenem Abstand Menschen mit Masken sitzen, schätzt und ehrt die Menschen im Raum und auf der Bühne, das Geschehen schafft Nähe und Verbundenheit, trotz der Distanz, und momentan ist es häufig vor allem eines: Trost.

Auf diesen Trost, diese Nähe, diese Verbundenheit, auf die Unterhaltung und das Lachen werden Sie noch weiter verzichten müssen. Doch wer weiß, vielleicht schaffen diese angeblichen Freiheitsdemonstrationen ja Sie zu unterhalten, ob sie Trost und Verbindung schenken, mag bezweifelt werden.

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